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Chicago-Blues erster Güte

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Kai Strauss
The Blues Is Handmade
(Continental Blue Heaven, LP, 180-Gramm-Vinyl, mit Download-Code)

„A Vinyl only ‘Best of’ Collection taken from Kai Strauss’ first three albums” heißt es zur ersten LP-Veröffentlichung des Gitarristen und Sängers. Genau genommen wurden die neun Songs aber ursprünglich auf den Strauss-Silberlingen Nr. 3, 4 und 5 veröffentlicht, denn nach seinem Ausstieg bei Memo Gonzalez & The Bluescasters brachte der Lengericher Musiker zunächst als The Kai Strauss Band feat. Jeffrey Amankwa je eine EP sowie CD heraus. Doch darauf spielte der Blues eine nur kleine Rolle, nach dem kurzen Ausflug in Richtung Südstaaten-Soul, Funk und Ska kehrte Straus mit den Alben „Electric Blues“ (2014), „I Go By Feel“ (2015) und „Getting Personal“ (2017) zu seinen Kernkompetenzen zurück. Die Scheiben waren und sind allesamt kleine Perlen des traditionellen elektrischen Blues. Insofern gibt es an „The Blues Is Handmade“ nur zu kritisieren, dass es sich nicht um eine Doppel-LP handelt. Zur Auswahl standen 39 Songs und Kai Strauss hat daraus definitiv eine adäquate Auswahl getroffen, denn neben gnadenlos nach vorn gehenden Nummern wie „Drinkin’ Woman“ liefert der 48-Jährige Vinyl-Liebhabern in erster Linie Chicago-Blues erster Güte. Wen wundert’s? Immerhin waren seinerzeit nicht nur Top-Musiker der heimischen Szene an den Aufnahmen beteiligt (unter anderem Mo Fuhrhop, Alex Lex, Christian Bleiming, Kevin DuVernay, Thomas Feldmann, Tommie Harris oder Big Daddy Wilson), sondern auch hinlänglich bekannte Musiker aus den USA wie Mike Wheeler, Darell Nulisch, Sax Gordon, Sugar Ray Norcia und Tony Vega. Dass Strauss selbst längst zu den großen Könnern an den sechs Saiten zählt, dürfte hinlänglich bekannt sein. Chapeau, eine großartige Scheibe!

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