REVIEWS


Manhattan Blues Connection - Cadillac Blues

Häufig gecoverte Genre-Standards

Manhattan Blues Connection
Cadillac Blues
(ohne Label, 65:47)

Die vierköpfige Formation aus New York City hat sich musikalisch ganz dem traditionellen elektrischen Blues verschrieben und mit Frontmann Andy Story einen Sänger und Gitarristen am Start, der in beiden Rollen einen grundsoliden Job abliefert, ebenso wie seine drei Mitstreiter an Keyboards/Saxofon, Bass und Schlagzeug. Mit Ausnahme je einer Eigenkomposition aus der Feder von Story und Bassmann Darius Reza ging man bei der Auswahl der übrigen neun Tracks dieses Debütalbums ganz auf Nummer sicher und setzte in erster Linie auf häufig gecoverte Genre-Standards.

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Robin Trower - Compendium 1987–2013

Ein durchaus repräsentativer Querschnitt

Robin Trower
Compendium 1987–2013
(Repertoire, 2 CDs, 76:46/78:55)

Es ist müßig, bei Compilations, die eine bestimmte Schaffensphase eines Künstlers zum Thema haben, die Qualität der auf dem Sampler vorzufindenden Musik zu beurteilen. Dies erfolgte schließlich bei deren erstmaliger Veröffentlichung. So auch im Falle des Gitarristen Robin Trower, wobei das vorliegende „Compendium“ aber nur seine Studioalben aus der Zeit zwischen 1987 und 2013 umfasst. Auf eine chronologische Reihenfolge wurde dabei keine Rücksicht genommen, die insgesamt 35 Stücke der Doppel-CD wurden vermutlich nach einem anderen Prinzip aneinandergereiht, wobei sich zumindest mir aber dieses nicht erschließt.

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JJ Thames - Tell You What I Know

Schweigende Kumpels und Turnübungen

Wenn Künstler ihr Album im Booklet erklären müssen, wird’s meistens kompliziert. Da bekommt der Rezensent schnell einen auf den Deckel, weil er mal wieder was nicht richtig kapiert hat. Bei Berdon Kirksaether & The Twang Kings gehe es um alte Kumpels, die eine Tour de Force durch eine Samstagnacht machen, heißt es zur CD „Latenighters Under A Full Moon“ (Roller Records). Während eine Gruppe stinknormaler Bluesfans quatschend und gut gelaunt durch Kneipen zieht, dabei Musik hört und zu gegebener Zeit Mädels auf den Popo guckt, haben sich der norwegische Bluesveteran und seine Latenighters nix zu sagen. Bei den elf Songs des Trios (plus Gastmusiker) handelt sich nämlich um Instrumentalnummern, die größtenteils im bluesigen Jazz angesiedelt sind. Immerhin gibt es mit „Conrad’s Bar Bounty“ einen prima Blues mit Hammond und auch beim stimmungsvollen „Rendezvous“ geht der Daumen durchaus nach oben.

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Mike Sponza & Central European Orchestra

Bravissimo an alle Beteiligten

Mike Sponza & Central European Orchestra
Mike Sponza & Central European Orchestra
(Epops, 73:35)

Dass der musikalische Inhalt seines neuen Projekts klar gegen die „geltenden Regeln“ des Blues verstößt, ist dem Urheber bewusst. „Vierzehn [sic] eigene Stücke, von einem Italiener auf Englisch verfasst und schließlich von slowenischen Musikern umgesetzt“, beschreibt es Mike Sponza selbst in den Presseinfos. Wobei der Umfang des Unternehmens damit nicht ganz zum Ausdruck kommt: Auf dieser Live-CD/DVD wird das Quartett des Gitarristen von einem 26 Mann starken Orchester begleitet.

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The Robin Robertson Blues Band - RRBB

Musikalische Könner mit hervorragender Sängerin

The Robin Robertson Blues Band
RRBB
(ohne Label, 44:57)

Manchmal hilft es, wenn man seine Vorurteile wenigstens für einen Moment beiseitelegt: Eine Debüt-CD mit der 295. Coverversion von „The Thrill Has Gone“, „CC Rider“ und „Bright Lights, Big City“ kann zum Beispiel nichts taugen. Sagt zumindest die – angeblich untrügliche – Erfahrung. Und irrt gründlich. Das Debüt der britischen Robin Robertson Blues Band zeigt, dass man sich auch die Standards vornehmen darf, wenn man ihnen etwas Neues beizusteuern weiß. Und genau das schafft das Quintett um den vom Jazz kommenden Gitarristen und Musiklehrer Robin Robertson und die klassisch ausgebildete Gesangsentdeckung Annette Chapman ein ums andere Mal.

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JJ Thames - Tell You What I Know

Rockin’ The Blues mit Grooveyard

Beim in New York ansässigen Independent-Label Grooveyard Records haben Greg Koch, das Jan Gerfast Trio, die Blindside Blues Band, Tony Spinner und viele andere ihre Heimat gefunden. Die 1999 gegründete Firma hat bislang über 100 eigene Produktionen veröffentlicht, wobei zwar Rock der heftigeren Sorte im Fokus steht, doch im Grooveyard-Katalog finden sich auch zahlreiche interessante Bluesrock-Produktionen. Wer klassischen oder traditionellen Blues bevorzugt, wird hier sicher nicht fündig, wer sich aber im Umfeld von „heavy guitar freaks“ und Begriffen wie „bad-ass killer guitar“ und „brain-damaging guitar rock mojo“ wohlfühlt (Zitate aus Plattenankündigungen), sollte ein Ohr riskieren. Stephan Treu, unser Spezialist für harten Bluesrock, stellt die CDs von The Janeys, Bryce Janey, Guitar Pete und Torben Enevoldsen für bluesnews online vor.

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JJ Thames - Tell You What I Know

Spannungsgeladene Dynamik

JJ Thames
Tell You What I Know
(DeChamp, 41:03)

Sie ist in Detroit geboren und aufgewachsen, mit neun hat sie angefangen zu singen, mit 18 zog sie in den Süden nach Jackson, Mississippi. Dort begann die heute 30-jährige Sängerin JJ Thames, Blues zu interpretieren. Ihre ersten Erfahrungen auf dem Chitlin Circuit, Touren mit Marvin Sease oder Denise LaSalle, später dann internationale Auftritte als Backgroundsängerin bei so unterschiedlichen Bands und Stars wie Fishbone, Israel Vibrations oder Bobby Blue Bland, all ihre Erfahrungen schlagen sich in „Tell You What I Know“ nieder.

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Voodoo Rhythm Compilation Vol. 4

Ein lohnendes Underground-Potpourri

Various Artists
Voodoo Rhythm Compilation Vol. 4
(Voodoo Rhythm Records, 38:02)

Starker Tobak. Dem Puristen drohen eingebaute Soll-Bruchstellen, nicht flächendeckend winken Schnittmengen mit verstaubten Lausch-Gewohnheiten. Über Gebühr lärmende Gesellen wie The Monsters könnten für irreparable Flurschäden im Gehörgang der Blues-Polizei sorgen. But I love it! Immerhin beherbergen 13 meist kernige Übungen dennoch reichlich Zwölftakter-kompatible Einlagen.

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Tim Lothar & Holger Daub - Blues From The North

Traditioneller Country-Blues

Tim Lothar & Holger Daub
Blues From The North
(ohne Label, 32:27)

Die Verpackung dieser akustischen Produktion aus dem Sommer 2013 hätte eine liebevollere Gestaltung verdient: Die auf Englisch verfassten Linernotes auf dem Beipackzettel sind arg schwammig geraten und auf der Rückseite der CD wurde im Albumtitel sogar ein Wort vergessen. Solche Fauxpas sind vielleicht nebensächlich, aber trotzdem schade, denn musikalisch hat die Paarung des dänischen Gitarristen und Songwriters Lothar mit dem deutschen Mundharmonikaspezialisten Daub doch einiges zu bieten.

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Maik W. Garthe - Tight Corner

Ein vielversprechendes Debütalbum

Maik W. Garthe
Tight Corner
(Blow Till Midnight Records, 39:22)

„Tight Corner“ ist das vielversprechende Debütalbum des aus Nordhessen stammenden Garthe, der seit gut fünf Jahren als Solokünstler unterwegs ist. Der Sänger, Gitarrist und Songwriter geht bei diesem vielseitigen Werk erfrischend großzügig mit seinen Talenten um und schafft damit eine überzeugende und unterhaltsame Stilmischung, die er selbst „Blues’n’Folk’n’Roll“ nennt. Wenn es innerhalb dieses weit gesteckten Rahmens überhaupt einen Schwerpunkt gibt, dann wäre das der Fingerstyle-Blues

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Tony Spinner - Earth Music For Aliens

Eine bunte Vielfalt

Tony Spinner
Earth Music For Aliens
(Grooveyard Records, 58:47)

Wie macht man Alf oder E.T. am besten den Begriff „Bluesrock“ begreiflich? Zum Glück hilft Tony Spinner jetzt in so einer kniffligen Situation mit „Earth Music For Aliens“ aus der Verlegenheit und Erklärungsnot. Der virtuose Bündeflitzer aus Arkansas lässt seiner inzwischen neunten Tonkonserve einen höchst unterhaltsamen Querschnitt durch sämtliche Spielarten der verstromten Bluesdarbietung und auch darüber hinaus angedeihen. Der Funk feiert gleich auf einigen Nummern fröhliche Urständ (z. B. „Let Her Go“ und „Hot Mess“)

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Billy Branch And The Sons Of Blues - Blues Shock

CD-Tipp März 2014

Billy Branch And The Sons Of Blues
Blues Shock
(Blind Pig, 51:43)

Kaum zu glauben, dass der damals blutjunge Mundharmonikaspieler Billy Branch, der mit Lurrie Bell dessen Vater Carey Bell damals auf den Lippmann+Rau-Bluesfestivals in Deutschland begleitet hat, mittlerweile auch schon 62 Jahre alt ist. Auf seinem neuen Album „Blues Shock“ ist davon nichts zu spüren. Und auch schockierend ist an der Scheibe eigentlich wenig. Zwar baut Branch im ersten Song „Sons Of Blues“ kleine Rap-Einlagen ein, bietet auf der anderen Seite aber beispielsweise mit „Crazy Mixed Up World“ Chicago-Blues in solch puristischer Auffassung an, dass niemand auch nur annähernd geschockt sein muss.

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