REVIEWS


CD-Tipp des Monats (August 2014)

Duncan Street - Baptized By The Blues

Duncan Street
Baptized By The Blues
(15 South Records, 40:35)

Dies ist das gemeinsame Album des Singer-Songwriters und Gitarristen Dave Duncan und des Folkmusikers und Galeristen Stan Street, die zufällig in Clarksdale/Mississippi aufeinandertrafen und beschlossen, künftig als Duo die Gegend zwischen Mississippi und Florida zu bereisen und somit allen dort ansässigen Fans des akustischen Roots-Blues etwas Gutes zu tun. Zwei Stimmen, Gitarre, Bluesharp und ein klein wenig Perkussion – mehr brauchte es dazu nicht, auch nicht für die Aufnahmen zu dieser CD.

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Erdige Rauheit, aber auch Gespür für subtilere Momente

Marcus Malone - Stand Or Fall

Marcus Malone
Stand Or Fall
(Redline Music, 57:40)

Es ist die geradezu klassische Kombination von (Slide-)Gitarre und Mundharmonika, die bei voll aufgedrehter Lautstärke so richtig zum Tragen kommt, wenn Marcus Malone loslegt und leicht düster und kratzig singt (oder röhrt). Schon der erste Song gibt das Thema vor: Der heißt „Living The Blues“ und diese so alte und gleichermaßen stets junge Spielart lebt der Sänger jeden Moment voll aus. Seiner Heimatstadt hat er mit „Detroit City Blues“ gleich auch noch ein Denkmal gesetzt, auch wenn er sich inzwischen meist auf europäischen Bühnen herumtreibt

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Ein überzeugendes Retro-Trip-Debüt

Blues Pills . Blues Pills

Blues Pills
Blues Pills
(Nuclear Blast, 42:48)

Die Kritiken überschlagen sich geradezu. Dem amerikanisch-schwedisch-französischen Quartett Blues Pills müssen die Ohren ja geradezu klingeln angesichts der Lobeshymnen, die ihr selbstbetiteltes Debütalbum einfährt. „Darauf hat die Rock´n´Roll-Welt geradezu gewartet“, von „einem Leuchtfeuer der Hard-Rockwelt“ ist zu lesen. Doch der Reihe nach: Die Blues Pills, das sind Sängerin Elin Larsson (S), Gitarrist Dorian Sorriaux (F), Bassist Zack Anderson und Drummer Cory Berry (beide USA), allesamt noch Teenager oder gerade mal Anfang 20 und voll auf dem Retro-Trip.

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Abwechslungsreiches Songmaterial

Dixie Peach - Blues With Friends

Dixie Peach
Blues With Friends
(Big Shew Records, 46:45)

Vier der fünf aktuellen Mitglieder dieses Quintetts aus dem US-Bundesstaat Ohio waren bereits in den 1970ern für einige Jahre als Band aktiv und gingen 1998 mit neuem Drummer ein zweites Mal an den Start. Im Zentrum des musikalischen Geschehens steht dabei der (Slide-)Gitarrist und Sänger Ira Stanley, aus dessen Feder allein neun der zehn Tracks des Albums stammen (den zehnten steuerte Keyboarder und Gitarrist Tony Paulus bei), und unter den im CD-Titel erwähnten „Friends“ findet sich neben diversen weiteren Gitarrenkollegen auch Sängerin Etta Britt, die bei zwei Songs die Duett-Partnerin von Stanley gibt.

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Laut, rotzig und mit fett klingender Harp

Dave Moretti Blues Revue - That’s Swing!

Dave Moretti Blues Revue
That’s Swing!
(ohne Label, 40:04)

Viele Musiker, nicht nur aus dem Bereich der Bluesmusik, freuen sich, wenn sie die Idee umsetzen können, mal eine CD mit Swingmusik der alten Schule aufzunehmen. Das haben sogar schon so viele Stars und Sternchen gemacht, dass da ja wirklich irgendetwas dran sein muss. Diese Form der Musik, bei der in der Regel tüchtig getanzt wird, wird auf den vorliegenden 40 Minuten von der italienischen Dave Moretti Blues Revue dargeboten. Die Combo aus Turin hat vor drei Jahren mit der CD „Bluesjob“ bereits auf sich aufmerksam gemacht und legt mit „That’s Swing“ einen würdigen Nachfolger vor.

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CD-Tipp des Monats (Juli 2014)

Lucky Peterson - The Son Of A Bluesman

Lucky Peterson
The Son Of A Bluesman
(JazzVillage, 57:33)

Dass Lucky Peterson nicht nur hinsichtlich seiner Biografie, sondern auch im übertragenen Sinne „The Son Of A Bluesman“ ist, wird schnell deutlich, wenn er hier vom Opener „Blues In My Blood“ bis zum abschließenden, nachgerade ekstatisch zelebrierten Hohelied auf die Ersatzdroge Religion „I’m Still Here (Gospel)“ dem väterlichen Blues-Erbe immer wieder Stilelemente der nächsten musikalischen Generation beimischt, sprich vor allem aus Rock, Funk und Soul.

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Sparsame Licks und vielfarbige Sounds

Ray Bonneville - Easy Gone

Ray Bonneville
Easy Gone
(Red House, 37:18)

Wer die impressionistische Gitarrenkunst von JJ Cale oder Hank Shizzoe schätzt, der ist bei Ray Bonneville bestens aufgehoben. Sparsame Licks und zugleich vielfarbige Sounds, die den Staub der Highways reflektieren und die Weite der amerikanischen Landschaft näher rücken lassen, dominieren das Repertoire des musikalischen Troubadours, der seit acht Jahren in Austin lebt.

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Abgefahrene Geschichte mit imposantem Namedropping

Chuck E. Weiss - Red Beans And Weiss

Chuck E. Weiss
Red Beans And Weiss
(ANTI/Advance-CD, 49:01)

Recht imposantes Namedropping flankierte die Veröffentlichung dieses Albums: Kumpel von Tom Waits, besungen von Rickie Lee Jones in ihrem 1979er-Hit „Chuck E.’s In Love“ und neben Waits Johnny Depp als weiterer Executive Producer mit im Boot, der zudem bei einigen Tracks als Drummer, Gitarrist, Bassist und/oder Backing-Vocalist in Erscheinung tritt. Weiss selbst, der ausweislich diverser Netz-Biografien in jungen Jahren von Lightnin’ Hopkins als Schlagzeuger entdeckt wurde, greift ...

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Quicklebendig, spielfreudig und alles andere als angestaubt

Hundred Seventy Split - HHS

Hundred Seventy Split
HHS
(Corner House, 55:52)

Nach dem Abschied von ihrer langjährigen Combo Ten Years After brauchen Bassist Leo Lyons und Sänger/Gitarrist Joe Gooch keine Rücksichten mehr nehmen und können ihre eigenen musikalischen Vorstellungen mit ihrer bisherigen Zweitband Hundred Seventy Split voll nach eigenem Gusto umsetzen. Und so vermengen sie elektrischen Blues der britischen Spielart mit knackigem Rock(’n’Roll) druckvoll, homogen und durchaus retromäßig.

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Traditioneller als Daddy Snooky

Rip Lee Pryor - Nobody But Me

Rip Lee Pryor
Nobody But Me
(Electro-Fi, 43:18)

Keine Frage, Rip Lee Pryor hat den markanten Bluesharp-Sound seines Vaters Snooky Pryor sehr gut verinnerlicht. Nachdem der Filius des 2006 verstorbenen Chicago-Bluesers schon in den 90er-Jahren selbst aktiv war und 1999 eine CD in Eigenregie veröffentlicht hatte, warfen ihn gesundheitliche und andere Probleme eine Weile aus der Bahn, aber jetzt widmet er sich wieder intensiv der Musik. Und die ist bei ihm noch traditioneller als bei Daddy Snooky.

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Zwischen Blues, Roots, Americana und Singer-Songwriter

Shane Dwight - This House

Shane Dwight
This House
(Eclecto Groove Records, 40:02)

Der aus Kalifornien stammende Sänger und Gitarrist Shane Dwight veröffentlicht bereits seit 2002 regelmäßig CDs und DVDs. Angefangen hat er als klassischer Blueser, der der Musik seiner Heroen nacheiferte. Über die Jahre hat er mehr und mehr eigene Songs geschrieben und bewegt sich nun zwischen Blues, Roots, Americana und Singer-Songwriter-Musik. So auch auf den von ihm komplett selbst verfassten zwölf Songs.

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Eine Lektion in Sachen Bluesgesang

Quique Gómez & Luca Giordano Chicago - „3011 Studios“ Sessions

Quique Gómez & Luca Giordano
Chicago '3011 Studios' Sessions
(GG Records, 63:12)

Für dieses bereits im Mai 2011 aufgenommene "tribute to classic Chicago blues" (Release-Info) spielten der spanische Harpspieler Gómez und der italienische Gitarrist Giordano einen hälftigen Mix aus eigenem Songmaterial und Covers ein, wobei die Auswahl des Sinatra-Klassikers "That’s Life" in diesem Kontext doch etwas überraschend kommt.

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