REVIEWS


Lebendiger Chicago-Blues der Chess-Ära

Mud Morganfield & Kim Wilson - For Pops (Tribute to Muddy Waters)

Mud Morganfield & Kim Wilson
For Pops (Tribute to Muddy Waters)
(Severn Records, 47:27)

Sowohl Kim Wilson mit seinen Fabulous Thunderbirds als auch Mud Morganfield haben zuletzt ihre Alben bei dem aus dem US-Bundesstaat Maryland agierenden Label Severn Records veröffentlicht. Es lag also auf der Hand, den Harpspieler und Muddy Waters’ ältesten Sohn miteinander ins Studio zu befördern, zumal Wilson einst Muddy höchstpersönlich begleitete. Für den schon im Albumtitel ausdrücklich angekündigten Tribut an den großen Alten des Chicago Blues hat man ausschließlich Songs aus dem Repertoire der Legende gewählt, wobei auch nicht ganz so bekannte Songs vertreten sind und Rausschmeißer wie „Got My Mojo …“ locker übergangen wurden.

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Die Dame mit den Kurven

Kaye Bohler - Handle The Curves

Kaye Bohler
Handle The Curves
(Kaye Bohler Productions, 38:27)

Dass dem Wort „Curves“ im Titel(-Song) ihrer nunmehr fünften CD-Veröffentlichung mehr als nur eine Bedeutung zukommt, unterstreicht die Lady mit der leicht rauchigen Stimme auf dem Cover derselbigen bildsprachlich mit knappem figurbetontem Outfit und ihre – man ahnt es – Kurven zur Geltung bringender Pose. Doch die Kalifornierin macht bei den zehn mit Unterstützung bestens groovender Begleitmusiker eingespielten Eigenkompositionen – um im Bild zu bleiben – eben auch als Sängerin und Songschreiberin eine ausgesprochen gute Figur.

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CD-Tipp des Monats (Oktober 2014)

Chad Strentz - Shake-Down

Chad Strentz
Shake-Down
(TreeHouse44, 59:15)

Seit 35 Jahren steht Chad Strentz auf der Bühne, der lange Schlacks mit Glatze ist Bluesfans vor allem als (Rhythmus-)Gitarrist und Sänger in Reihen von Paul Lamb & The King Snakes ein Begriff. Unabhängig von Hauptjob und stilistischer Ausrichtung der Königsschlangen hat er sein erstes Album unter eigenem Namen veröffentlicht – und einen grandiosen Volltreffer gelandet! Mit acht Eigenkompositionen und sieben Coversongs präsentiert der Brite seine musikalischen Vorlieben, die von Blues über Rock’n’Roll, Rockabilly und Soul bis hin zu Country reichen.

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Songs mit Einflüssen aus poppigem R&B und Funk

Nick Moss - Time Ain’t Free

Nick Moss
Time Ain’t Free
(Blue Bella Records, 81:46)

Gitarrist, Sänger und Harpspieler Nick Moss gehört bereits seit den 90er-Jahren zur Chicagoer Bluesszene, spielte mit Größen wie Buddy Scott, Jimmy Dawkins und Jimmy Rogers und besticht nicht selten dadurch, dass er den typischen Sound seiner Heimatstadt mit harten, dem Rock entlehnten Gitarrenriffs und Licks anreichert. Wer diesen Sound auch von seiner aktuellen CD „Time Ain’t Free“ erwartet, liegt nicht nur falsch, sondern könnte auch enttäuscht werden.

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Balladen, Südstaaten-Sounds und Texas-Blues

Jim Suhler - Panther Burn

Jim Suhler
Panther Burn
(Underworld Records, 48:44)

20 Jahre ist es jetzt her, dass Jim Suhler gemeinsam mit Mike Morgan das Album „Let The Dogs Run“ auf Black Top Records veröffentlichte. Davor und danach erspielte er sich mit seinem Trio Monkey Beat live und auf CD nicht nur in seiner Heimat Dallas/Texas einen guten Ruf als Sänger und Gitarrist. Schon früh wurden George Thorogood und dessen Produzent Terry Manning auf Suhler aufmerksam und lotsten ihn als zweiten Gitarristen zu den Destroyers.

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Fantastische Musik für offene Ohren und wache Köpfe

Eric Bibb - In 50 Songs

Eric Bibb
In 50 Songs
(DixieFrog, 3:17:59)

Zehn Platten, zehn Jahre, 50 Songs, drei davon neu aufgenommen: Eric Bibb hat mit seiner Dreier-CD „In 50 Songs“ keine halbe Sache vorgelegt, sondern eine umfassende Werkschau, die vor allem seine stilistische Vielseitigkeit, seinen Perfektionismus im Studio und seine lebensfrohe Herangehensweise an den Blues wiedergibt. Einziger Haken an der Veröffentlichung ist die etwas dürftige Aufmachung der Box, der man gerne noch ein buntes Bilderbuch mit vielen Infos gewünscht hätte.

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Grandiose Stimme im Mittelpunkt

Big Daddy Wilson Trio - Live in Europe – from Bremen to Paris

Big Daddy Wilson Trio
Live in Europe – from Bremen to Paris
(Phamosa Records, 72:59)

Der in Deutschland ansässige US-Amerikaner „Big Daddy“ Wilson Blount will einfach nicht stehen bleiben. Regelmäßig gründet er neue Projekte und löst sie wieder auf, tut sich mit Musikern aus verschiedenen Ländern zusammen und interpretiert mit ihnen die Songs aus seinem wachsenden Fundus sowie ausgewählte Traditional-Nummern immer wieder anders. So auch auf dem neuen Livealbum seines Trios, aufgenommen mit Roberto Morbioli und Paolo Legramandi.

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CD-Tipp des Monats (September 2014)

Sugar Ray & The Bluetones - Living Tear to Tear

Sugar Ray & The Bluetones
Living Tear to Tear
(Severn Records, 59:31)

Eine musikalische Rundreise von Memphis nach Norden ins Chicago der 50er-Jahre bis ganz runter nach New Orleans und Crowley (Louisiana) bietet das gute Dutzend Songs, welches Sugar Ray Norcia und seine Blautöne diesmal servieren. Dabei stützt sich die Band um den Sänger und Harpmann in erster Linie auf eigenes Material, das natürlich wie so oft den alten Vorbildern entlehnt ist. Zum Auftakt lässt Sugar Ray mit „Rat Trap“ den Sun-Sound ordentlich rumpeln.

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CD-Tipp des Monats (August 2014)

Duncan Street - Baptized By The Blues

Duncan Street
Baptized By The Blues
(15 South Records, 40:35)

Dies ist das gemeinsame Album des Singer-Songwriters und Gitarristen Dave Duncan und des Folkmusikers und Galeristen Stan Street, die zufällig in Clarksdale/Mississippi aufeinandertrafen und beschlossen, künftig als Duo die Gegend zwischen Mississippi und Florida zu bereisen und somit allen dort ansässigen Fans des akustischen Roots-Blues etwas Gutes zu tun. Zwei Stimmen, Gitarre, Bluesharp und ein klein wenig Perkussion – mehr brauchte es dazu nicht, auch nicht für die Aufnahmen zu dieser CD.

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Erdige Rauheit, aber auch Gespür für subtilere Momente

Marcus Malone - Stand Or Fall

Marcus Malone
Stand Or Fall
(Redline Music, 57:40)

Es ist die geradezu klassische Kombination von (Slide-)Gitarre und Mundharmonika, die bei voll aufgedrehter Lautstärke so richtig zum Tragen kommt, wenn Marcus Malone loslegt und leicht düster und kratzig singt (oder röhrt). Schon der erste Song gibt das Thema vor: Der heißt „Living The Blues“ und diese so alte und gleichermaßen stets junge Spielart lebt der Sänger jeden Moment voll aus. Seiner Heimatstadt hat er mit „Detroit City Blues“ gleich auch noch ein Denkmal gesetzt, auch wenn er sich inzwischen meist auf europäischen Bühnen herumtreibt

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Ein überzeugendes Retro-Trip-Debüt

Blues Pills . Blues Pills

Blues Pills
Blues Pills
(Nuclear Blast, 42:48)

Die Kritiken überschlagen sich geradezu. Dem amerikanisch-schwedisch-französischen Quartett Blues Pills müssen die Ohren ja geradezu klingeln angesichts der Lobeshymnen, die ihr selbstbetiteltes Debütalbum einfährt. „Darauf hat die Rock´n´Roll-Welt geradezu gewartet“, von „einem Leuchtfeuer der Hard-Rockwelt“ ist zu lesen. Doch der Reihe nach: Die Blues Pills, das sind Sängerin Elin Larsson (S), Gitarrist Dorian Sorriaux (F), Bassist Zack Anderson und Drummer Cory Berry (beide USA), allesamt noch Teenager oder gerade mal Anfang 20 und voll auf dem Retro-Trip.

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Abwechslungsreiches Songmaterial

Dixie Peach - Blues With Friends

Dixie Peach
Blues With Friends
(Big Shew Records, 46:45)

Vier der fünf aktuellen Mitglieder dieses Quintetts aus dem US-Bundesstaat Ohio waren bereits in den 1970ern für einige Jahre als Band aktiv und gingen 1998 mit neuem Drummer ein zweites Mal an den Start. Im Zentrum des musikalischen Geschehens steht dabei der (Slide-)Gitarrist und Sänger Ira Stanley, aus dessen Feder allein neun der zehn Tracks des Albums stammen (den zehnten steuerte Keyboarder und Gitarrist Tony Paulus bei), und unter den im CD-Titel erwähnten „Friends“ findet sich neben diversen weiteren Gitarrenkollegen auch Sängerin Etta Britt, die bei zwei Songs die Duett-Partnerin von Stanley gibt.

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