Ein vielversprechendes Debütalbum

(Kommentare: 1)

Maik W. Garthe - Tight Corner

Maik W. Garthe
Tight Corner
(Blow Till Midnight Records, 39:22)

„Tight Corner“ ist das vielversprechende Debütalbum des aus Nordhessen stammenden Garthe, der seit gut fünf Jahren als Solokünstler unterwegs ist. Der Sänger, Gitarrist und Songwriter geht bei diesem vielseitigen Werk erfrischend großzügig mit seinen Talenten um und schafft damit eine überzeugende und unterhaltsame Stilmischung, die er selbst „Blues’n’Folk’n’Roll“ nennt. Wenn es innerhalb dieses weit gesteckten Rahmens überhaupt einen Schwerpunkt gibt, dann wäre das der Fingerstyle-Blues; Garthe hat ein feines Gespür dafür und schafft es mit seinen Solovorträgen positiv an Mississippi John Hurt oder Mance Lipscomb zu erinnern. Da hören die Vorzüge des Albums aber noch lange nicht auf. Bei den ersten beiden Titeln, „Tight Corner“ und „Hot Spots“, harmoniert Garthe gesanglich so wunderbar mit sich selbst, dass sich der Hörer in die Anfangszeiten von Simon & Garfunkel versetzt fühlt. Bei „Follow Me Down“ kommen Schlagzeug (James Schmidt), Bass und Orgel (jeweils von Jan Hampicke) dazu und lassen eine lässig-coole Stimmung à la Chris Isaak entstehen. Der elektrisierte Blues von „Comin’ Back Up“ ist nur Mittelmaß, dafür wirkt der untypisch lärmende Garagenblues „Shirley MacLaine“ wie ein aufrüttelnder Stromschlag. Bei der schwungvollen Roots-Rock-Nummer „Here She Comes“ gehören wiederum Bob Dylan und Mark Knopfler zu den geschmacksbestimmenden Zutaten. Was an dieser auch tontechnisch hervorragenden Aufnahme aber am meisten beeindruckt: Sämtliche Titel stammen vom Künstler selbst. Und der kann definitiv was.

13.03.2014 | Vincent Abbate


 

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Kommentar von reini |

Wundervolle Worte, die ganz gut treffen, wie sich Maik Garthe anhört ;) Habe ihn beim Paramount Fender Contest im September erstmals gehört. Toll!