CD-Tipp des Monats (2017/04)

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Thornetta Davis - Honest Woman

Thornetta Davis
Honest Woman
(Sweet Mama Music, 60:09)

Okay, es ist an der Zeit, zur Seite zu treten und Platz zu machen für Thornetta Davis aus Detroit. Die Jahre als Chorsängerin bei Rockern wie Bob Seger oder Kid Rock und als regionale Bluesqueen von Detroit sollten nämlich nun ein Ende haben. Mit der CD „Honest Woman“, ihrem dritten Album in den letzten 20 Jahren, sollte Thornetta Davis es vielmehr ganz nach vorn ins Rampenlicht schaffen. Und das nicht nur, weil Stars wie Kim Wilson und Larry McCray ihr als Gäste zur Seite stehen. Nein, vielmehr sind es das vollkommen authentische Songwriting, die große stimmliche Wandlungsfähigkeit Davis’ und ihre vor Lebensweisheit strotzenden Texte, die sie zu einem lupenreinen Star machen. Man kann dieses Album kaum genug loben: Die bestechend gute Band, der geschmackvoll agierende Gitarrist Brett Lucas (der hier die zweite große Entdeckung ist) und die musikalische Bandbreite zwischen R’n’B im Retro-Sound („That Don’t Appease Me“), Gospel („Feels Like Religion“) und eindeutig irdisch orientiertem Blues („Can We Do It Again?“) machen jeden der 12 Titel zum Vergnügen. Dass Felicia Davis die Talente ihrer großen Schwester in einem der CD quasi vorangestellten Talking Blues zu Beginn der Platte („When My Sister Sings The Blues“) über den grünen Klee lobt, ist nur folgerichtig. Thornetta Davis ist eine hochtalentierte Sängerin und Autorin gleichermaßen. Wenn sie über die Taugenichtse, die ihren Weg gekreuzt haben, singt, dann nimmt man ihr jedes Wort ab. Und freut sich umso mehr, wenn sie ihr persönliches Lebensglück in Worte und Melodien fasst. So muss der Blues gesungen und erzählt werden!

01.04.2017 • Ralf Deckert

Hinweis: Das Album wird im Rahmen der Sendung » Blues Brew am 4. April 2017 ab 22 Uhr vorgestellt (Wiederholung der Sendung Ende des Monats).


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