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Lance Lopez: Songs mit autobiografischem Charakter

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Lance Lopez: Songs mit autobiografischem Charakter

Ruhig geworden war es ja nicht unbedingt um Lance Lopez, den Bluesrocker aus dem Süden der USA. Schließlich war er in den letzten Jahren mit der Allstar-Gruppe Supersonic Blues Machine beschäftigt. Doch auf eigene Rechnung war er kaum aktiv – es dauerte immerhin knapp sieben Jahre, bis er nach „Handmade Music“ jetzt mit „Tell The Truth“ wieder eine eigene Platte gemacht hat. Die Aufnahmen haben sich fünf Jahre lang hingezogen, erzählt der Gitarrist und Sänger, bereits 2012 begann er, mit Fabrizio Grossi in Los Angeles an einem neuen Album zu arbeiten. „Wir hatten drei Songs aufgenommen, als Billy Gibbons von ZZ Top seinen Kumpel Fabrizio anrief, was er denn gerade so treibe. Fabrizio erzählte ihm von unserer Zusammenarbeit – Billy und ich kannten uns ja schon ewig von Texas her – und so entstand die Idee zu Supersonic Blues Machine“, erzählt Lopez im Gespräch mit bluesnews. „Fabrizio und ich haben dann an zwei Projekten parallel gearbeitet. Tagsüber arbeiteten wir an der Supersonic-Blues-Machine-Scheibe und nachts bis in den frühen Morgen habe ich dann an meinen eigenen Sachen gebastelt.“

Lopez pendelte zwischen Texas beziehungsweise Louisiana, wohin er in der Zwischenzeit (zurück-)gezogen war, und Los Angeles. Außerdem nahm er einige Sachen in Austin, in Nashville und New York auf. „Dort hat Paul Nelson ein Studio, in dem ich arbeiten konnte. Paul war der Gitarrist und Manager von Johnny Winter und hat auch mich drei Jahre lang gemanagt, bis wir diese Zusammenarbeit beendeten, weil er zu viele Projekte am Laufen hatte.“ Die Resultate all dieser Studio-Aufenthalte fügte Grossi dann in Los Angeles zu dem zusammen, was jetzt auf „Tell The Truth“ zu hören ist.

Es sei nicht einfach gewesen, doch er habe es geschafft, zwischen beiden simultan laufenden Projekten im Kopf hin und her zu schalten, meint der 40-Jährige. „Supersonic Blues Machine war ganz anders angelegt – es war eine Band mit gutem Songmaterial, allerdings im Studio eher auf Hochglanz polierte, eher kommerzielle und mehr auf Mainstream getrimmte Musik, während ‚Tell The Truth‘ doch ziemlich rau, fast schon roh produziert, irgendwie organischer ausgefallen ist. Bei Supersonic Blues Machine mussten wir uns außerdem viele Gedanken darüber machen, wie wir all unsere Gäste wie Billy Gibbons, Walter Trout, Steve Lukather, Robben Ford oder Eric Gales jeweils integrieren konnten – das fiel ja bei ‚Tell The Truth‘ mehr oder weniger komplett weg. Da war alles auf mich fokussiert.“

06.04.2018 • Philipp Roser (Auszug aus dem ausführlichen Interview in bluesnews 93)




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