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Christmas Blues: Blues- und R&B-Weihnachtslieder

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Christmas Blues: Blues- und R&B-Weihnachtslieder

Alle Jahre wieder kommen im sonnigen September die Lebkuchenherzen und Zimtsterne in die Regale und wenig später buhlen in Plattenläden und bei Onlineanbietern Weihnachts-CDs aller denkbaren Stilrichtungen um die Gunst des nach Geschenken oder saisonaler Musik für den Eigenbedarf suchenden Publikums. Grund genug für bluesnews, mal das Genre der Blues- und R&B-Weihnachtslieder unter die Lupe zu nehmen. Die Veröffentlichung von Weihnachtsliedern auf Noten- und Songblättern geht bis in das 16. Jahrhundert zurück und schon seit dem frühesten Beginn von Tonaufnahmen ist Weihnachten in allen Tonträgerformaten präsent – schließlich werden die Songs jedes Jahr wieder aktuell und lassen sich erneut vermarkten. So wurde schon 1889 eine instrumentale Banjoversion von „Jingle Bells“ eingespielt, 10 Jahre später wurde die erste Gesangsversion des Klassikers auf einer Edison-Phonographenwalze veröffentlicht.

Als es 1920 in den USA mit der Veröffentlichung von 78er-Schellackplatten schwarzer Bluesinterpret/innen losging, war Weihnachten noch nicht unmittelbar ein Thema; erst Ende 1925 entstanden die ersten Christmas-Bluesaufnahmen, zuerst im Oktober von Eva Taylor mit dem Clarence Williams Trio („Santa Claus Blues“), kurz gefolgt von Bessie Smith im November („At The Christmas Ball“ wurde allerdings erst 1940 veröffentlicht). Mit Blind Lemon Jefferson 1928 und Blind Blake 1929 folgten bald die ersten Country-Blueser und auch danach spielten namhafte Prewar-Blueskünstler wie Walter Davis, Roosevelt Sykes, Charley Jordan, Bo Carter, Bumble Bee Slim, Tampa Red, Sonny Boy Williamson oder Victoria Spivey Weihnachts-Bluessongs ein, auch wenn sich die Anzahl mit gut 30 Titeln in Grenzen hielt.

15.12.2017 • Klaus Kilian (Auszug aus dem ausführlichen Artikel in bluesnews 92)




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