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Ben Harper & Charlie Musselwhite: Songtexte zwischen Verkündigung und Hilfeschrei

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Ben Harper & Charlie Musselwhite: Songtexte zwischen Verkündigung und Hilfeschrei

Das Waldorf-Astoria in Berlin ist keine Location, in der man eine Redakteurin einer Blueszeitschrift oft antrifft. Bei einem Date mit den Grammy-Gewinnern von 2014 trat der Ausnahmefall jedoch ein. Der Bluesolymp lag in einer Suite im 22. Stock. Dort sprach Amy Protscher mit Charlie Musselwhite und Ben Harper. Worte über den wohl größten lebenden Harpspieler Charlie Musselwhite zu verlieren, hieße Eulen nach Athen tragen. Und kein Geringerer als der 2001 verstorbene John Lee Hooker war es, der ihm eine Zusammenarbeit mit dem damals gerade dreißigjährigen Ben Harper nahelegte, einem jungen Roots-Rocker, der sich eben anschickte, mit seiner Band „Innocent Criminals“ die Bühnen der Welt zu erobern. Bis zum ersten gemeinsamen Album „Get Up!“ vergingen jedoch noch stolze 13 Lenze.

„Wir haben beide viel um die Ohren, also musste gut Ding wohl Weile haben“, meint Charlie heute. Doch die Geduld lohnte sich, denn der Erstling des Duos erhielt 2014 mit dem Grammy den wohl ultimativen Ritterschlag des Musikbusiness. „Der macht sich richtig gut im Regal“, meint Ben lakonisch, kann dabei einen gewissen Stolz jedoch nicht unterdrücken. Umso höher sind nun die Erwartungen an das Folgealbum „No Mercy In This Land“. Derzeit reisen Ben und Charlie quer durch Europa, um schon einmal die Werbetrommel für das Album zu rühren. „Unter Druck standen wir, aber unter positivem Druck. Es fühlt sich an, als säßen wir auf einem Güterzug, der immer weiter beschleunigt. Und die ganze Band ist mit vollem Herzen dabei, da ist so viel Liebe in dieser Musik. Da kann gar nichts schiefgehen!“, meint Charlie Musselwhite optimistisch und Ben Harper fügt hinzu: „Bei manchen Aufnahmen sind so viele Fragen offen, dass man sich nie sicher sein kann, was dabei rauskommt. Aber nach einer Million Meilen Tour und einigen Hundert Shows konnte ich mir sicher sein, dass wir in Höchstform waren und das im Studio auch umsetzen konnten.“

12.04.2018 • Amy Protscher (Auszug aus dem ausführlichen Interview in bluesnews 93)


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