Kilians Plattenecke 12/2011



Okay, ich höre schon so manchen "Sippenwirtschaft" rufen, weil ich ab und zu mit den Jungs musikalisch zu tun habe, aber trotzdem muss ich mich einmal mehr für die Kollegen vom Frank Muschalle Trio aus dem Fenster lehnen, denn ihre neue CD "Fine Blend" (Styx Records) ist einfach unverschämt gut. Frank, Dani Gugolz (Bass) und Peter Müller (Drums) präsentieren darauf Live- und Studioaufnahmen aus den Jahren 2002-2009, die mit verschiedenen Gästen eingespielt wurden, die auf Tourneen vom Trio begleitet wurden bzw. regelmäßig als Gäste mit ihnen zu hören sind. Zur letzteren Kategorie gehören Matthias Seuffert (Sax und Klarinette) und der Gitarrist Alex Schultz, mit denen das Trio eine Reihe von wunderbaren Swing-/R&B-Titeln eingespielt hat. Zu den Gaststars, die auf diversen Livemitschnitten zu hören sind, gehören die Sängerin Carrie Smith, die Saxofonisten Herb Hardesty, Red Holloway und Jimmy Coe sowie der Gitarrist Rusty Zinn, der auf 8 Titeln mitwirkt (und bei dreien auch singt). Rusty, Alex und die Saxer sind in Höchstform, das Trio swingt unwahrscheinlich locker und Frank präsentiert sich als ausgereifter, vielseitiger und individueller Tastenkönner. Großartig.

In unserer aktuellen Printausgabe steht ein interessanter und zu Recht begeisterter Artikel über die Cash Box Kings, einer traditionellen Chicago-Bluesband, die jetzt endlich gebührende Aufmerksamkeit erfährt. Mit Interesse habe ich gelesen, dass die CBKs jetzt Joel Paterson an der Gitarre haben, einen Saitenmeister, den ich schon vor einigen Jahren eher über die Rockabilly-Szene entdeckt habe. Paterson ist ähnlich wie Duke Robillard, mit dessen Könnerschaft er durchaus vergleichbar ist, ein unglaublich vielseitiger Gitarrist, der in Blues und Rockabilly/Rock'n'Roll ebenso zu Hause ist wie im Swingjazz, was er alles mit seiner eigenen Band, den Modern Sounds, spielt. Noch dazu ist er ein hervorragender Lap- und Pedal-Steel-Gitarrist, was auf einer separaten CD dokumentiert ist. Hört mal auf http://www.myspace.com/joelpaterson rein.

Glückwunsch an Bear Family Records: Deren CD-Box "The Bristol Sessions, 1927-1928: The Big Bang Of Country Music" wurde soeben für zwei Grammy Awards nominiert: als beste historische Veröffentlichung und für die besten Linernotes.

Ace Records führt seine Serie mit Raritäten des Westcoast-Labels Modern Records weiter. Wie in früheren Ausgaben enthält auch "Further Mellow Cats 'N' Kittens - Hot R&B And Cool Blues 1946-51" eine Reihe bislang unveröffentlichter Titel sowie rare Singles, die zum Teil von den Original-Acetates überspielt wurden, unter anderem von Hadda Brooks, Duke Henderson, Jimmy Witherspoon, Effie Smith und unbekannteren Künstlern. Soulfans werden sich dagegen die 3-CD-Compilation "The Fame Studios Story" nicht entgehen lassen, die die Aktivitäten des legendären Aufnahmestudios von Rick Hall in Muscle Shoals, Alabama, dokumentiert.


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Klaus Kilian berichtet monatlich und exklusiv für bluesnews über neue Veröffentlichungen und Reissues, gibt Empfehlungen aus seinen Spezialgebieten traditioneller Blues und bluesiger Jazz. Diskografische oder sonstige Anfragen aus diesen Bereichen werden gern beantwortet.

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