Gänzlich unbekannt ist Little G Weevil in Europa nicht, vor gut zehn Jahren tourte er mit seiner Band Pure Blues längere Zeit diesseits des Atlantiks, was 2004 zur Veröffentlichung des Albums "One" führte. Im gleichen Jahr kehrte der Gitarrist und Sänger in die USA zurück, nach "Southern Experience" (2008) legt er nun das zweite Album unter eigenem Namen vor - und was für eins! Little G erzählt mit zwölf eigenen Songs ganz in der Tradition alter Bluesmänner kleine Geschichten, dies allerdings mit zeitgemäßen Texten. Er pflegt keinesfalls Klischees, es geht um Gespräche im Schnapsladen an der Ecke ("Liquor Store"), um mickrige Stundenlöhne ("8.47") und natürlich auch um Beziehungen. Wie zum Beispiel bei "Apple Picker", denn so wurde Little G Weevil genannt, nachdem die Anzahl seiner früheren Freundinnen bekannt wurde. Musikalisch darf sein Stil als "old school" bezeichnet werden, was aber keinesfalls mit verstaubt gleichzusetzen ist. Gemeinsam mit Bill Burke (b), John V. McKnight (dr, perc), Bob Page (piano, organ) und Maurice Nazzaro (harp) zaubert der 1977 geborene Künstler einen Sound aufs Parkett, der immer wieder Reminiszenzen aufkommen lässt. Bei "Losing Cool" oder "Back Porch" ist es der Boogie eines John Lee Hooker, bei anderen Songs der schneidende Gitarrenton eines Albert Colins oder der raue Blues des Deltas. Und wenn Little G Weevil von den harten Lebensumständen seiner Eltern erzählt ("Dad's Story"), dann erfolgt das sehr respektvoll und erinnert zudem an Storyteller wie Lightnin' Hopkins. Eine echte Entdeckung!
CD-TIPP
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