The Jimmy Bowskill Band
Back Number
(Ruf Records, 47:28)
Auf dem in dezentem Schwarzton gehaltenen Cover prangt lediglich das Bandlogo - ein typischer Fall von glasklarem Understatement, denn obwohl der Jahreskreis gerade mal die erste Etappe der vor ihm liegenden 12 Monatshürden genommen hat, entpuppt sich "Back Number" im CD-Player-Orbit schon als ganz heißer Kandidat für den "Album des Jahres"-Award. Namensspender des mitreißenden Kollektivs ist der gerade mal 21-jährige Jungspund Jimmy Bowskill, der hier vollkommen routiniert wie ein alter Hase locker vom Hocker ein Album hinlegt, das sich von vorne bis hinten ordentlich gewaschen hat. Wenn man jetzt ins Kalkül zieht, dass es sich hier nicht um Jimmys Debüt handelt, sondern schon um sein wohlgemerkt fünftes (!) Album, dann wird viel eher erklärlich, warum das Material derart reif klingt. Zusammen mit Daniel Reiff an den Kesseln und Ian McKeown an den vier dicken Saiten beackert Jimmy die in Richtung Hardrock tendierende Seite des Blues, das dynamische Trio erinnert mit seinem staubtrocken-spröden Sound und der Arrangement-Diktion sehr an die Black Crowes, auch das kratzige Stimmtimbre von Jimmy ähnelt dem Frontkrächzer der schwarzen Krähen Chris Robinson frappierend. Und der Knabe ist dazu noch ein wirklich versierter Gitarrist, wie er bei den Soli (die zu jedem Song auf einem Silberling im waschechten Oldschool-Style einfach dazu gehören) sowie den immer wieder eingestreuten Licks eindrucksvoll unter Beweis stellt. "Back Number" bündelt Esprit, Biss, Groove und Feeling, versprüht obendrein so richtig Zunder und vor allem die nötige dreckige Attitude, die solch ein funkensprühender Stromblues braucht, um die nötige Wirkung zu entfalten. Ein Überhammer-Megaalbum!
CD-TIPP
In den vierteljährlichen Printausgaben stellen die Rezensenten von bluesnews weit über 100 neue CDs und DVDs vor, mit dem "CD-Tipp" (früher "CD-Tipp des Monats") wird alle ein bis zwei Wochen zusätzlich auf besonders erwähnenswerte Veröffentlichungen online hingewiesen.