Andreas Arlt
All-Time Favorites
(CrossCut Records, 53:41)
Gleich vorab: Ob Groove, Produktion oder Songauswahl - bei diesem Soloalbum des Blues-Shacks-Gitarristen stimmt einfach alles, und dazu trägt sicherlich auch nicht unwesentlich bei, dass es Andreas Arlt tunlichst vermeidet, sich selbst
bzw. seine Gitarrenarbeit allzu sehr in den Vordergrund zu rücken. Stattdessen lässt er seinen exzellent aufspielenden Mitstreitern an Gesang (Frank "Pepe" Peters), Gebläse (Tom Müller, Saxofon; Martin Grünzweig, Posaune; Stefan Gössinger, Trompete) und Keyboards (Andreas Sobczyk) viel Raum, sodass das Ganze im Endeffekt eher nach Band- denn Soloprojekt klingt. Dazu trägt last, but not least natürlich auch die von Dani Gugolz (Bass) sowie Peter Müller (Schlagzeug) gebildete Rhythmusgruppe bei, die mit einem völlig entspannten Groove-Fundament ihren Kollegen musikalisch den Rücken frei zu halten versteht. Für seine fünfzehn "All-Time Favorites" greift Arlt, wie kaum anders zu erwarten, dabei zum einen auf Songs aus dem Repertoire von T-Bone Walker, B. B. oder Freddie King zurück, aber auch eher unbekanntere Namen wie die der Gitarristen Rudy Green oder Goree Carter sind hier vertreten. Im zweisprachig gehaltenen Booklet (mit Geleitwort von Dave Specter) gibt es zudem zu jedem Song nicht nur eine kurze Erläuterung, sondern auch noch den Hinweis auf das jeweils verwendete Gitarrenmodell, vorwiegend aus Gibsons ES-Serie. Und vielleicht liegt ja zumindest eine Antwort auf die häufig gestellte Frage nach der Zukunft des Blues schlicht in dieser Art von Umgang mit dem Erbe des Genres, sprich einer kreativen Aneignung und Neuinterpretation der Musik der Altvorderen mit den technischen Mitteln unserer Tage. So wie es etwa ein Duke Robillard schon länger vorgemacht hat. Und wie es Andreas Arlt ihm mit diesem absolut überzeugenden Album, das den Vergleich mit internationalen Produktionen definitiv nicht zu scheuen braucht, nunmehr gleichtut.
CD-TIPP DES MONATS
In den vierteljährlichen Printausgaben stellen die Rezensenten von bluesnews meist weit über 100 neue CDs und DVDs vor, mit dem "CD-Tipp der Woche" (ab Januar 2012, früher "CD-Tipp des Monats") wird zusätzlich auf besonders erwähnenswerte Veröffentlichungen hingewiesen.