Die vier Vierundvierziger erhalten für ihr Debüt "Boogie Disease" prominente Schützenhilfe von keinem Geringeren als dem früheren T-Birds- und jetzigen Los-Fabulocos-Gitarristen Kid Ramos, der nicht nur das die CD beschließende famose Instrumental "Johnny Cochino" beigesteuert, sondern der klingenden Boogie-Krankheit auch noch eine astreine Produktion verpasst hat. Daneben gibt es zwei Eigenkompositionen der Band sowie einige Neuinterpretationen von Klassikern aus der Feder von Lester Butler ("So Low Down"), William Clarke ("Blowin' Like Hell"), Willie Dixon und Howlin' Wolf ("Commit A Crime") sowie mit "Automatic" eine quasi nach "Hier und jetzt"-Kriterien aktualisierte Version einer um 1950 vom Delta-Boogie- und -Bluespianisten Willie Love komponierten Nummer. Damit ist die Richtung bereits klar definiert, das Quartett aus Los Angeles hat sich dem Blues der Chicago-Szene verschrieben, dem es noch eine deutliche Note an Rock'n'Roll-Feeling hinzufügt. Die Mundharmonika nimmt naturgemäß einen großen Raum in den Songs ein, Tex Nakamura erweist sich hier als überaus kompetent am Blasholz und legt viel Emotion in die Tongebung. Die Kalifornier lassen den Chicago-Sound jedenfalls vollkommen unverfälscht auferstehen und transportieren ihn - entstaubt und entsprechend peppig aufgemöbelt - absolut glaubwürdig ins Jahr 2011.
CD-TIPP DES MONATS
In den vierteljährlichen Printausgaben stellen die Rezensenten von bluesnews meist weit über 100 neue CDs und DVDs vor, mit dem "CD-Tipp der Woche" (ab Januar 2012, früher "CD-Tipp des Monats") wird zusätzlich auf besonders erwähnenswerte Veröffentlichungen hingewiesen.