CD-Tipp des Monats (04/2011)



Hazmat Modine
Cicada
(Jaro, 51:10)

Ein Fest für Harpfans, eine Lektion in Sachen Auffrischung amerikanischer Roots und ganz vorne natürlich Blues: Die Band des New Yorkers Wade Schuman versammelt auf dem zweiten Tonträger von flippigen Exkursen in die Prewar-Blueszeit über den R&B der 50er und den Funk der 70er so ziemlich alles, was vom Blues abstammt. Dabei schlägt man auch die Brücke zu ungewohnten Sounds eher exotischer Einwanderer, sammelt in der Karibik blue beats auf, fördert bluesige Elemente aus dem Sudan zutage und kokettiert mit Gästen unter anderem aus Afrika, die den Soul aus dem Stand heraus adaptiert haben. Wades diatonische Harp und die chromatische seines Kompagnons Bill Barrett können Sounds von Sonny Terry bis Little Walter aus dem Effeff, mit Wah-Wah und einem Okatvengenerierer natürlich noch mehr. In der Band trifft neben den Harps ein Haufen Bläser auf ein paar Gitarren mit und ohne Slide oder Blech, exotische Instrumente wie Sheng, Shamisen, Cimbalom und Balalaika machen sich hier und da bemerkbar, aber auch damit ist die Musik des Oktetts so tief in Americana verwurzelt, dass der schräge Kanon dieser Nuyoricans auch eingefleischten Wahrern der reinen Blueslehre einiges zu bieten hat. Songs von Louis Jordan, Irving Berlin und Frederick Knight platziert der Klangkörper von Hazmat Modine neben Eigengewächsen natürlich völlig anders als punktgenau und originalgetreu in sein Repertoire.

Uli Lemke in bluesnews 65




























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CD-TIPP DES MONATS

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