CD-Tipp der Woche:



Dani Wilde
Juice Me Up
(Ruf Records, 51:56)

Das vorliegende dritte Album der britischen Sängerin, Songwriterin und Gitarristin Dani Wilde ist vermutlich ihr reifstes. Sie nimmt sich auf den 12 Tracks des Soul und Funk alter Schule an, also der Musik, wie sie vor allem in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts von legendären Labels wie Stax, Motown und Atlantic vertrieben wurde. Wie zu vermuten spielen die Songs nicht selten ein klein wenig mit dem Flair und den Sounds dieser Zeit, aber auf eine durchaus liebevolle und charmante Weise. Denn eines ist ganz klar: Miss Wilde hat nicht ein persönliches Revival im Sinn, sondern ihr Songwriting und auch ihr Verständnis von Blues - denn ja, Blues ist es bei all den Soul- und Funkeinflüssen immer - stehen stets im Dienst der Sache. Freilich zitiert sie Figuren und Bands wie The Temptations, Buddy Miles, Isaak Hayes und Bill Withers, aber sie kopiert nicht, sondern versucht eine eigene Interpretation, eine eigene Sichtweise. Im Zentrum des Albums steht "Crazy World", in dem sie sich kritisch mit afrikanischen Rebellen auseinandersetzt, die Kindersoldaten rekrutieren. Das ist ein Thema, das ihr sichtlich am Herzen liegt, hat sie doch selbst den Aufbau einer Schule in einem kenianischen Slum finanziert. Ähnlich politisch gibt sie sich in "The Burning Truth", das die Gewaltausbrüche in britischen Innenstädten im Sommer 2011 zum Inhalt hat. Dani Wilde hat was zu sagen: musikalisch und inhaltlich.

20.02.2012 | Karl Leitner | Songs der CD anhören |


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CD-TIPP DER WOCHE

In den vierteljährlichen Printausgaben stellen die Rezensenten von bluesnews meist weit über 100 neue CDs und DVDs vor, mit dem "CD-Tipp der Woche" (ab Januar 2012, früher "CD-Tipp des Monats") wird zusätzlich auf besonders erwähnenswerte Veröffentlichungen hingewiesen.