CD-TIPPS DER REDAKTION

In den vierteljährlichen Print-Ausgaben stellen die Rezensenten von bluesnews bis zu 160 neue Titel vor, mit den CD-Tipps der Online-Ausgabe wird zusätzlich auf besonders erwähnenswerte Veröffentlichungen hingewiesen. Doch damit genug, unter » Reviews gibt es weitere Plattenkritiken.


The Cash Box Kings - Black Toppin'

CD-Tipp Mai

The Cash Box Kings
Black Toppin'
(Blind Pig, 47:01)

Ihre vorige CD, ihr Blind-Pig-Erstling "Holler And Stomp", war auf meiner Top-Ten-Liste des Jahres 2011 - und falls dieses Jahr nicht noch eine unerwartete Flut von Meisterwerken rauskommt, wird die neue CD der Cash Box Kings wieder zu meinen "Best of" gehören. Die in bluesnews Nr. 68 näher vorgestellte Truppe aus Chicago um den Harpspieler und Sänger Joe Nosek belehrt alle eines Besseren, die inzwischen meinen, der Retro-Blues sei tot. Nein, der traditionelle Blues wird durchaus noch wie zu besten Black-Top- und Antone's-Zeiten von Spitzenbands kreativ interpretiert und frisch dargeboten.

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Robin Trower - Roots And Branches

CD-Tipp April

Robin Trower
Roots And Branches
(Manhaton Records, 53:37)

Der ehemalige Procol-Harum-Saitenmann, der vor allem früher aufgrund seiner Stilistik gerne in die Gewichtsklasse eines Jimi Hendrix gesteckt wurde, hat als Solopfadtreter schon länger seine wahre Bestimmung im Blues gefunden. Auf „Roots And Branches“, was wörtlich übersetzt so viel wie Wurzeln und Verästelungen heißt, geht der Brite einerseits seinen Ursprüngen auf den Grund und lässt diese musikalische Saat dann weitere Früchte tragen.

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Bart Walker - Waiting On Daylight

CD-Tipp März

Bart Walker
Waiting On Daylight
(Ruf, 47:24)

Als prägende Einflüsse gibt Bart Walker unter anderem Lynyrd Skynyrd und die Allman Brothers an, soundtechnisch schwärmt er für den satten, mächtigen Ton eines Stevie Ray Vaughan und als Produzent konnte er den vielfach preisgekrönten Jim Gaines gewinnen. Das alles deutet schon auf das hin, was den Hörer beim ersten Kontakt mit "Waiting On Daylicht" dann auch tatsächlich erwartet, nämlich knackiger, rockender, teils auch recht entspannt daher kommender Southern-Bluesrock.

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Willie May - Thirteen

CD-Tipp Februar

Willie May
Thirteen
(ohne Label, 40:44)

Für dieses Album nur lapidar fette 5 Sterne verteilen zu wollen, käme einer Beleidigung gleich. Willie May ist ein bislang zu Unrecht übersehenes Juwel der Szene. Der ältere Herr im Inlay macht mit feinem Zwirn, edler Dunstkiepe und silbrig-weißem Bart zunächst auf seriös. Allein das Bild vis-a-vis lässt stutzen. Ein Holzpflock ragt aus blutender Gitarre, das sicherlich handwarme Hämmerchen thront gleich daneben. Die krude Cover-Kreatur sorgt ebenfalls für Grusel. Ob hier wer mit andernorts versteckten Dämonen Gassi geht?

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Otis Grand - Blues '65

CD-Tipp Januar

Otis Grand
Blues '65
(Main Gate Records, 62:45)

Otis Grand klang noch nie typisch britisch, immer eher amerikanisch, obwohl der im Libanon geborene Amerikaner seit Ende der 1980er Jahre in England lebt und mittlerweile derart eingemeindet ist, dass er zwischen 1990 und 1996 zum besten britischen Bluesgitarristen gewählt wurde. Mit seinem neuen Album geht er ganz bewusst einen Schritt zurück nach Amerika. Das Jahr 1965 wird als Ausgangspunkt für ein wildes, tanzbares, authentisches Bluesalbum genommen, wie man es selten hört.

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