Chaos um die German Blues Challenge

Einmal mehr Chaos um die German Blues Challenge. Wie der Baltic Blues e.V. gestern mitteilte, sollte das Big Daddy Wilson Duo die GBC 2011 gewonnen haben. Auf der Homepage des Vereins wurden seit vergangenem Sonntag allerdings Michael van Merwyk & Bluesoul als Gewinner des Wettbewerbs vom 29.10.2011 benannt.

Nachfolgend ein Auszug aus der Pressemitteilung des Baltic Blues e.V. vom 2.11.: "Der Baltic Blues e.V. Eutin hat das Big Daddy Wilson Duo als Gewinner der German Blues Challenge 2011 für die 28. International Blues Challenge (IBC) der Blues Foundation, vom 31.1. bis 4.2.2012 in Memphis, USA, benannt. Das Duo besteht aus Big Daddy Wilson (Percussion, Gesang) und Michael van Merwyk (Gitarre, Gesang)."

Im Anschreiben zu einer weiteren Pressemitteilung des Baltic Blues e.V. vom heutigen Tage heißt es dazu: "Leider hat sich in unserer gestrigen Pressemitteilung ein 'Fehlerteufel' eingeschlichen: Das Big Daddy Wilson Duo hat sich als Gewinner der German Blues Challenge 2010 für Memphis qualifiziert, und nicht wie versehentlich geschrieben aus '2011'."

So oder so bemerkenswert: Das Big Daddy Wilson Duo, das sich, wie vom Baltic Blues e.V. vermeldet, aus Big Daddy Wilson und Michael van Merwyk zusammensetzt, nahm nie an einer German Blues Challenge teil. Die GBC 2010 gewann die vierköpfige Big Daddy Wilson Band - allerdings ohne Michael van Merwyk.

Außerdem soll eventuell eine weitere deutsche Band nach Memphis geschickt werden, dazu heißt es weiter: "Der Baltic Blues e.V. arbeitet weiterhin daran, zusätzlich eine deutsche Bluesband, die sich auf der gerade stattgefundenen German Blues Challenge qualifizieren konnte, für den Band-Wettbewerb der IBC (zu) benennen. Zur Zeit laufen die Bemühungen auf Hochtouren, die Finanzierung für die einwöchige Reise der Musiker nach Memphis zu sichern." Warum die "deutsche Bluesband, die sich auf der gerade stattgefundenen German Blues Challenge qualifizieren konnte" hier nicht namentlich benannt wird, bleibt dabei rätselhaft.


03.11.2011 | EB

>> Stellungnahme des bluesnews-Herausgebers zur GBC

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Kommentare:

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am 03.11.2011
Vorschlag: In German Comedy Challenge umbennen und BITTE so weitermachen. Das ist beste Unterhaltung.

Gast
am 03.11.2011
Unfassbar, kaum zu glauben!

Blueser
am 06.11.2011
Schade das die guten Musiker dabei auf der Strecke bleiben

BluesFAN
Am 10.11.2011
Arrrgh! Eutin macht ein klasse Festival und auch der GBC-Abend war musikalisch super. Nur das ganze Preisüberreichungstheater nervte etwas. Vorschlag: Weiter so, nur ohne diese ganzen Wettbewerbe. Ist mir als BluesFAN doch schnuppe, ob Wilson und Co. in Memphis auftreten, da fliege ich nicht hin. Kann eine IBC-Teilnahme nicht ausgewürfelt werden? Wäre vielleicht stressfreier.

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am 11.11.2011
Stimmt: super Stimmung, klasse Musik, gute Organisation! Challenge und German Blues Award sollte man sich stecken, das scheint alles kein vernünftiges Konzept zu haben. Oder hat jemand im Internet schon Beiträge gefunden, die GBC und GBA ganz toll finden? Von der Baltic Blues-HP abgesehen ....

Gast
am 12.11.2011
Es ist schon peinlich wie sich hier ein Teil der Szene selbst feiert und eigene Preise ausruft. Und das alles unter der Überschrift eines selbst gegründeten Awards bzw. einer Challenge. Und bei Kritik, bzw. kritischen Fragen oder Veröffentlichungen die nicht im Sinne der Veranstalter sind, wird dann eine abgeblich "sachliche" Gegendarstellung veröffentlich die an Polemik kaum noch zu überbieten ist. Siehe hierzu: http://www.bluesfest-eutin.de/tl_files/
pdf/Gegendarstellung%20Bluesnews.pdf

Sorry, dadurch hat der GBC/GBA und deren Organisatoren in meinen Augen jegliche Art der Glaubwürdigkeit verloren. Es ist dabei nur sehr schade daß hierbei der Ruf der eigentlich sehr guten deutschen Bluesszene international von einigen wenigen kaputt gemacht wird.

Dass die Bluesnews über die fragwürdige Vorkommnisse und Konstellationen im Rahmen der GBC und der GBA berichtet halte ich für eine absolut korrekte journalistische Berichterstattung.

Mario Hemken
Am 12.11. 2011
Auch aufgrund eigener Erfahrungen weiß ich genau wieviel Intransparenz bei sog. "Wettbewerben" vorzufinden ist. Eine Jury soll Objektivität vorgeben. Es ist und bleibt aber eine Inszenierung, eine Showeinlage. Gut gemeint ist nicht gut gekonnt. Wer sich dazu berufen fühlt Musiker zu bewerten hat auch sachgemäß Kontakt zu den Musikern. Diese persönliche Vernetzungen zu Musikern seitens der Jurymitglieder kann die erwünschte Objektivität deutlich erschweren. Zu deutlich wurde vergessen, daß es beim Blues und bei Musik allgemein um Geschmack, stilistische Vorlieben geht.

Und noch etwas: Ein amerikanischer Sänger, der einen fragwürdigen Wettbewerb gewonnen hat soll den Blues aus Deutschland in die USA nach Memphis zurück bringen. War das eigentliche Ziel nicht ein ganz anderes? Wollte man nicht den Blues aus Deutschland rüberfliegen um zu zeigen, das es auch hier zahlreiche gute Musiker gibt ? Es stellt sich mir die Frage, ob es hier nur schlechte deutsche Vertreter gab oder ob man einen amerikanischen Künstler automatisch einfach leichter verkaufen läßt. Die Außenwirkung für die deutsche Bluesszene ist ein Schlag für alle ansässigen ambitionierten Musiker, die ein ebenso hohes Niveau vorzuweisen haben.

Zur Verdeutlichung: ich liebe die Musik von Big Daddy Wilson und freue mich über jeden Erfolg den er verbuchen kann. Jedoch hätte er meiner Meinung nach nicht für Deutschland starten dürfen. Dieser Eklat und der damit entstandene Schaden für ein eigentlich tolles Projekt läßt sich nicht unter die Veranda schieben. Das wird zukünftige Veranstaltungen beeinflussen. Ich hoffe zum objektiv Guten.

Andreas Barthen
am 14.11.2011
@Pee, die Gewinner kommen aus Norddeutschland und/oder NRW weil es die besten Bands waren, das ist nicht komisch sondern das haben sie sich verdient. Wenn man dabei gewesen ist, dann weiß man was man gehört hat. Zweitens konnte man sehr wohl an der Verteilung der Preise bei den German Blues Awards teilnehmen. Jeder konnte abstimmen, per online voting, auch ein Pee. Wer, wie ich, in Eutin war der weiß das die Besten gewonnen haben und nicht weil sie aus dem Norden, süden oder anderwo herkommen sondern weil sie es verdient haben

gast12
am 15.11.2011
was ist mit gregor hilden? der spielt genialen blues..der deutsche robben ford

BluesFAN
Am 20.11.2011
Eutin hat gleich mehrere Probleme: 1) völlig in den (eigenen) Regeln verheddert, 2) Geheimniskrämerei um abstimmende "Bluesfachleute" und 3) polemische Reaktionen auf Kritik. Daher sind Challenge und Awards für mich völlig unglaubwürdig. Ebenfalls bedenklich: Blues Foundation und European Blues Union sind Kooperationspartner und schreiten nicht ein!!!



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