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| CD-Tipp des Monats | |||
Thorbjørn Risager Track Record (Cope Records, 40:51) Auch auf der mittlerweile fünften CD-Veröffentlichung seit seinem 2004er-Debütalbum hat Thorbjørn Risager wieder Songs im Angebot, die einen glauben machen könnten, dass der Gitarrist und Sänger herkunftsmäßig eher im Süden der USA zu verorten sein müsste als in Deutschlands nördlichem Nachbarland. Dabei reicht das Spektrum der Nummern aus eigener Feder vom erdigen Roots-Rock des Openers "Rock'n'Roll Ride" über eine getragene Soul-Ballade wie "Stand Beside Me" bis hin zum elegant swingenden "I'll Be Moving On" mit seinen jazzig angehauchten Bläserriffs und -soli. Doch der Däne erweist sich nicht nur erneut als ein äußerst kreativer und vielseitiger Songschreiber, sondern weiß auch als Arrangeur einem häufig gecoverten Klassiker wie Big Joe Williams' "Baby Please Don't Go" seinen ganz eigenen, überaus hörenswerten musikalischen Stempel aufzudrücken. Und egal ob mit seiner um drei Backgroundsänger/-innen ergänzten sechsköpfigen Liveband oder wie bei "Let's Go Down" in reduzierter Besetzung mit Gastmusiker Jarno Varsted an der Harp, der Groove stimmt bei diesem facettenreichen Album, das sich international absolut nicht zu verstecken braucht, ganz einfach vom ersten bis zum letzten Ton. Für Freunde intelligenter handgemachter Musik in den Traditionen von Blues, R&B und Soul definitiv ein Must-have. (ms)
Moreland & Arbuckle Flood (Telarc, 48:26) Aaron Moreland und Dustin Arbuckle kommen aus Wichita (Kansas) und spielen in der Besetzung Gitarre, Mundharmonika, Schlagzeug (Brad Horner). "Flood" ist ihre vierte CD und die erste auf dem renommierten Telarc-Label. Die Inspiration für ihre Musik holte sich die Band früher bei einem längeren Aufenthalt im Mississippi-Delta und der North Hill Country-Region und so klingt dieses Album auch. Rau und ruppig gehen die drei Herren zu Werke. R.L. Burnside meets Muddy Waters und Hound Dog Taylor. Aber der Blues dieses Albums ist vielschichtiger. Vom akustischen Songwriter-Blues bis hin zu treibenden Shuffles wird dem Hörer alles geboten. Moreland spielt auf allem, was Saiten hat, und das sehr versiert, während Arbuckles Gesang und seine Harp schön schräg daherkommen. Hinzu kommt ein lautes Schlagzeug und schon fällt dem Hörer der fehlende Bass nicht auf. Die meisten der Songs sind Eigenkompositionen und die Band versteht es wirklich, den Hörer in ihren Bann zu ziehen. Von der ersten bis zur letzten Minute spannende Blues-Unterhaltung. (rs)
R.J. Mischo Knowledge You Can't Get In College (Greaseland Records, 52:22) Als R.J. Mischo nebst einem blutjungen Hollywood-Fats-Double namens Jeremy Johnson 1995 die Breminale aufmischte, unterschied sich dieser begnadete Harmonica-Großmeister vor allem altersmäßig von seinen hochbetagten Vorbildern. Inzwischen zählt auch R.J. stolze 50 Lenze und hat die schwarze Haarpracht gegen eine schicke Kopfbedeckung eingetauscht. Und schon belästigt uns der eben noch jugendliche Held mit altersweisen Schlaumeiereien, wie der Titeltrack unschwer vermuten lässt. Umso erfreulicher legt der neue Longplayer dann aber los. "Two Hours From Tulsa" steigt moderner, irgendwie frischer als all seine Vorgänger ins Geschehen ein. Danach gibt es ausnehmend das, was man erwarten durfte. Harmonica-Blues in allerfeinstem, eher traditionellem Soundgewand. Zwar kommen nicht alle Songs mit Gänsehaut-Feeling wie beispielsweise "Little Joe" daher und auch aufhübschende Albernheiten wie die knisternde Vinyl-Verarsche in "Down To The Bottom" erscheinen hier völlig fehl am Platze - dennoch fühlt man sich nach den vierzehn überwiegend eigenen Tracks gewohnt gut aufgehoben. Die Gitarren sind bei Rusty Zinn und Kid Andersen in besten Händen. Insgesamt also eine satte Portion Neues, noch keine Spur vom Seniorenteller. Wobei dieser Mann seine Tauglichkeit am Arbeitsgerät längst niemandem mehr beweisen muss. (fh) >> nach oben |
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