Flaute bei den CD-Veröffentlichungen beendet?
Neue Platten von Guitar Shorty, Lance Lopez und anderen
Die Anzahl der Blues-Veröffentlichungen ging ab Mitte 2009 spürbar zurück, von den Reissues einmal abgesehen. Doch allmählich kommt Bewegung in den Markt, zu Jahresbeginn erschienen wieder deutlich mehr Platten und weitere werden von den Labels angekündigt - ein Anzeichen für ein Ende der Flaute? Auf Alligator kommen in Kürze "Bare Knuckle" von Guitar Shorty und "Feed My Soul" von den Holmes Brothers heraus. Letztere gastieren übrigens ab dem 18. März in Deutschland und in der Schweiz. Auch Nick Curran & The Lowlifes hatten eine Europatournee geplant, mussten diese aber wegen einer Erkrankung des Sängers und Gitarristen absagen (bluesnews online berichtete). Mit "Reform School Girl" (Eclecto Groove) gelang der Truppe ein grandioses Werk im rasanten Stil der 50er-Jahre. Weitaus moderner präsentiert sich die Blues Company aus Osnabrück, "O' Town Grooves" (inak) heißt deren neuestes und mit den Fabulous BC Horns eingespieltes Album. Bluesrocker Lance Lopez wird es gleich im Doppelpack geben, Joybringer Music kündigt eine CD und eine DVD (Rockpalast-Auftritt) des Texaners für März an. Exzellenten traditionellen Blues haben Buesrudy & Marko Jovanovic auf ihrer unbetitelten und in Eigenregie produzierten Platte im Angebot, richtig krachen lassen es hingegen Popa Chubby ("The Fight Is On", Provogue) und Danny Bryant ("Just As I Am", CRS). Ausführliche Kritiken zu diesen und etwa 100 weiteren Veröffentlichungen gibt es in der kommenden Ausgabe 61 von bluesnews.
© DF/08.02.10, Foto: Guitar Shorty (© Dan Monick)
bluesnews-Index 1996-2009 jetzt online!
Weit über 6.000 Einträge - Download gratis
Der kostenlose Index des bluesnews Magazins ermöglicht das gezielte Auffinden von Artikeln, CD-/DVD-Kritiken, Interviews, Festival-Reviews u.v.m. Er wird von Manfred Borggreve jährlich aktualisiert, enthält weit über 6.000 Einträge und steht als Excel- sowie PDF-Datei hier zum Download zur Verfügung.
© DF/04.02.10
Tournee- und Konzertvorschau
Jeff Beck kommt im Sommer, Eric Clapton im Mai/Juni
Unter dem Motto "The three J's" treten am 19. Juli Jeff Beck, Joe Bonamassa und Jimmy Bowskill in Bonn (Museumsplatz) auf. Die Ticket-Nachfrage ist bereits jetzt enorm, was sicher nicht verwundert. Die Londoner Konzerte von Jeff Beck waren 2007 innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Auch Eric Clapton und Steve Winwood geben sich die Ehre, Düsseldorf (28.5.), Berlin (2.6.), Hamburg (3.6.) und München (5.6.) stehen bislang im Tourplan. Joan Armatrading tourt bereits im März und tritt vorrangig in größeren Hallen auf. Mit "Into The Blues" veröffentlichte sie ein mehr als respektables Blues-Album, auf der soeben erschienenen CD "This Charming Life" (Hypertension) bietet sie Rock, Blues, Folk und mehr. Weitaus "bluesiger" präsentiert sich eine weitere starke Stimme: Dana Fuchs. Auch sie wird im März mit ihrer Band in Deutschland zu sehen sein, über ein Dutzend Termine stehen vom 3. bis 22. März auf dem Programm. Bluesrocker Todd Wolfe ackert gut sechs Wochen auf heimischen Bühnen, von Mitte Februar bis Ende März reist der charismatische Sänger und Gitarrist quer durch die Republik. Aktuelle Konzerthinweise gibt es wie gewohnt im Terminkalender von bluesnews.
© DF/03.02.10, Foto: Jeff Beck (© Seidel PR)
Bobby Charles (1938-2010)
Der Sänger erlag Diabetes- und Krebsleiden
Einige seiner Songs erlangten Weltruhm, wenn auch unter den Namen anderer Musiker. Bobby Charles Guidry, besser bekannt als Bobby Charles, verstarb am 14. Januar im Alter von 71 Jahren in seinem Haus in Abbeville in Louisiana. "Walking To New Orleans" (Fats Domino) und "See You Later, Alligator" (Bill Haley And The Comets) sind nur zwei der Lieder, die aus Bobby Charles' Feder stammten und mit denen andere die Charts stürmten. Der Sänger war trotz seiner Diabetes- und Krebserkrankung - die letztendlich auch zum Tod führte - bis ins hohe Alter musikalisch aktiv. So schloss er erst kürzlich die Aufnahmen zum Album "Timeless" ab, welches der Musik von Fats Domino gewidmet ist und von Dr. John produziert wurde.
© DF/03.02.10
Arnie Caplin verstorben
Der frühere Schlagzeuger gründete Biograph Records
Der Gründer der Plattenfirma Biograph Records, Arnie Caplin, starb bereits am 25. Dezember 2009 im Alter von 80 Jahren. Dies teilte Bob Corritore aus Phoenix (Arizona) bluesnews mit. Arnie war zunächst als Jazz-Drummer aktiv, bevor er seine eigene Plattenfirma gründete. Auf Biograph Records erschienen weit über 250 Platten aus den Bereichen Blues, Jazz, Ragtime und Folk, darunter Aufnahmen von Son House, Lead Belly, Skip James, Bukka White, Furry Lewis, Reverend Gary Davis und anderen.
© DF/02.02.10
Kurzmeldungen aus der deutschen Szene
Bluesfreunde Nordwalde gründeten Verein - Knapp 30 neue CDs
Bereits seit drei Jahren findet die Nordwalder Bluesnacht statt, der Erfolg des Festivals ermutigte die Veranstalter, unter dem Vorsitz von Ingo Baving den Verein "Bluesfreunde Nordwalde e.V." zu gründen. Die vierte Veranstaltung steht übrigens unter dem Motto "Frauen im Blues" und findet am 6. März mit der Fleuth Blues Band, der Blues Guerilla und Dana Fuchs statt (E-Mail: i.baving@t-online.de). +++ Ebenfalls am 6. März werden Dieter Kropp & Band ihre neue CD offiziell vorstellen, dies in der Stadthalle Detmold. Songs aus dem Album werden allerdings schon ab dem 5. Februar zu hören sein, denn da startet die Formation eine kleine Tournee (www.DieterKropp.de). +++ Noch einmal 6. März, denn auch die 16. Osnabrücker Blueslawine findet an diesem Tag statt. Dies mit Big Daddy Wilson & Dave Goodman, der Peter Nande Band sowie 5 Live, die Veranstalter bieten auch ein Komplettpaket mit Tickets und Hotelübernachtung an. (www.Blueslawine.de). +++ Das Lahnsteiner Bluesfestival feiert im September 30-jähriges Jubiläum und wird dafür ohne Frage ein besonders attraktives Programm zusammenstellen. Mit Einzelheiten ist im Frühjahr zu rechnen. +++ Überaus bemerkenswert ist die Anzahl der CD-Veröffentlichungen von deutschen bzw. in Deutschland lebenden Blueskünstlern/-innen. Knapp 30 neue Alben trafen seit Ende November in der bluesnews-Redaktion ein - und fast täglich werden es mehr. Einige davon werden in der kommenden Ausgabe 61 ausführlicher vorgestellt.
© DF/01.02.10, Foto: Dana Fuchs (PR)
26. International Blues Challenge in Memphis
Weltweit größter Blues-Wettbewerb mit Rekordbeteiligung
Insgesamt 224 Bands, Duos und Solisten nahmen an der 26. International Blues Challenge in Memphis (Tennessee) teil - so viele wie noch nie zuvor. Mit Georg Schroeter & Marc Breitfelder sowie Hootin' The Blues waren erstmals auch Künstler aus Deutschland beim weltweit größten Blues-Contest vertreten, die sich allerdings nicht für die Finalrunde qualifizieren konnten. Insgesamt 14 Acts schafften den Sprung in die Endausscheidungen, die schließlich von Matt Anderson aus Kanada (Kategorie "Duos und Solisten") sowie der Formation Grady Champion (Indianola, Kategorie "Bands") gewonnen wurden. Matt Kelly von The Big Boy Little Band wurde mit einer exklusiven Gibson-Gitarre als bester Mann an den sechs Saiten geehrt. Bei den selbstproduzierten Alben konnte sich die Fachjury offensichtlich nicht auf einen Titel einigen, daher wurden gleich zwei Platten ausgezeichnet: "Fire It Up!" von der Laurie Morvan Band (mehr dazu unter den Online-Rezensionen von bluesnews) und "Crime Scene Queen" von The Informants.
© DF/29.01.10, Foto: Grady Champion (© www.DustyBlues.com)
Blues for Haiti
Blues-Gitarrist Peter Driessen organisiert Benefiz-Konzerte
Auch in der deutschen Bluesszene gibt es Aktivisten, die für Haitis Erdbebenopfer Spenden sammeln. Peter Driessen organisiert gleich mehrere Benefiz-Konzerte, die bislang in Frechen (Einsteins, 28.1.), Hilden (Benrather 20, 29.1.), Solingen (Cobra, 30.1.), Herten (Katzenbusch, 31.1.) und Köln (Lutherkirche, 5.2.) stattfinden. Weitere Veranstaltungen sind in Vorbereitung. Der Blues-Gitarrist und -Sänger stieß bei seinem Vorhaben auf offene Ohren von Kollegen, so werden Gaby Tiger, Gregor Hilden, Nigge Meyer, Tom Vieth, Jan Schwarte, Stephan Neetenbeek's Real Blues Band und andere "Blues For Haiti" unterstützen. Der Eintritt zu den jeweiligen Konzerten ist frei, es wird lediglich um Spenden für die Erdbebenopfer gebeten. Weitere Informationen zu der Aktion gibt es im Internet, auch dort kann kräftig gespendet werden.
http://aktion-deutschland-hilft.helpedia.de/spenden-aktionen/blues
© DF/28.01.10, Foto: PR
The Brew: Neue CD und Deutschland-Tournee
bluesnews präsentiert die britischen Newcomer
In England werden sie als derzeit "heißeste Newcomer-Band" gefeiert und der Rundfunksender BBC prognostiziert ihnen eine "ganz große Zukunft". Die Rede ist von The Brew, namentlich Gitarrist/Sänger Jason Barwick, Drummer Kurtis Smith und Bassist Tim Smith. Das Trio wird seinem Namen durchaus gerecht und spielt ein "Gebräu" aus dem Sound der späten 60er und frühen 70er in Verbindung mit modernem Bluesrock. Zu ihren Vorbildern zählen Jimi Hendrix, Led Zeppelin, The Who, Stevie Ray Vaughan und andere. Bemerkenswert: Jason Barwick und Kurtis Smith sind gerade einmal 20 bzw. 21 Jahre alt, nur Tim Smith, Vater von Kurtis, drückt den Schnitt nach oben. Das neue Album "A Million Dead Stars" (Jazzhaus) erscheint Ende Januar, die von bluesnews präsentierte Deutschland-Tournee beginnt am 12. März. Das Interview zur Tour gibt es in der aktuellen bluesnews-Ausgabe 60, die Tourdaten hier im Terminkalender.
© DF/26.01.10, Foto: Jazzhaus Records
Neue CDs, LPs und DVDs
Vinyl auf Blind Pig - Peter-Green-Story auf DVD
Das neue Album von Coco Montoya erscheint auf Ruf-Records, einen Song daraus gab es vorab auf der Gratis-CD für alle Abonnenten/-innen von bluesnews im Dezember. Blind Pig, die vorherige Plattenfirma des Gitarristen und Sängers, kündigte zudem die CD "The Essential" an. Die soll eine Zusammenstellung seiner wichtigsten früheren Aufnahmen enthalten. Außerdem setzt Blind Pig die Wiederveröffentlichung von LPs fort, "Gravel Road" von Magic Slim und "Take Me Back" von James Cotton gibt es jeweils als 180-Gramm-Vinyl-Version. Maria Muldaur, Amerikas First Lady der Roots-Musik, begann ihre Karriere in den 60ern in Jug Bands. Mit "Good Time Music For Hard Times" (Stony Plain) kehrt sie zu diesen Wurzeln zurück. Bei dieser Zeitreise wird sie von Taj Mahal, Dan Hicks und anderen begleitet, außerdem tritt sie jetzt unter "Maria Muldaur & Her Garden Of Joy" an. Übrigens sitzt auch Jenni Muldaur, Tochter von Maria und Geoff, fest im musikalischen Sattel. Sie ist auf Alben von Eric Clapton, John Cale, Lou Reed und anderen als Gastsängerin zu hören. Mit "Dearest Darlin'" (CRS) widmet sie sich dem Soul-Pop zwischen Aretha Franklin und Amy Winehouse. Eric Bibb taucht hingegen tief in die Vergangenheit ein, "Booker's Guitar" (Telarc) steht ganz im Zeichen von Delta-Blues-Legende Booker T. White. Schön, dass die alten Strategen nicht vergessen werden! Zwei DVDs kündigt das Label "Wienerworld" an, Chuck Berry bietet auf "Live At The Toronto Peace Festival 1969" ein Potpourri von Rock'n'Roll-Krachern. Vielversprechender hört sich die Ankündigung von "The Peter Green Story - Man Of The World" an. Der Film soll von den frühen Erfolgen bis hin zur Schizophrenie und den Aufnahmesessions in den 90ern das Leben der Musiklegende rekonstruieren. Dazu zählen nach Labelangaben auch seltene Archivbilder und Studio-Aufnahmen.
© DF/25.01.10, Foto: Maria Muldaur (© Alan Mercer)
Nick Curran: Tournee abgesagt
Der Sänger und Gitarrist erkrankte an Zungenkrebs
Am 18. Februar sollte die Deutschland-Tournee von Nick Curran & The Lowlifes beginnen, wie bluesnews jedoch vergangene Woche erfuhr, wurde diese abgesagt. Nick Curran ist an Zungenkrebs erkrankt und muss sich deswegen entsprechend behandeln lassen. Wir wünschen Nick gute Besserung!
© DF/22.01.10
Basel und Roth: Vorverkauf angelaufen
Festivals mit attraktivem Programm - Musiknacht in Biberach
Der Kartenvorverkauf für das 11. Blues Festival Basel und die Rother Bluestage hat begonnen. In Basel werden vom 23. bis 28. März insgesamt 20 Künstlerinnen und Künstler auftreten, darunter Magic Slim, Charlie Musselwhite und Zora Young. Außerdem wird im Rahmen des Festivals der Swiss Blues Award verliehen (www.BluesBasel.ch). Für die 19. Rother Bluestage vom 20. bis 28. März werden Joan Armatrading, Eric Bibb, Snowy White, Henrik Freischlader, Ana Popovic und viele andere mehr angekündigt, auch hierfür sind Tickets ab sofort erhältlich (www.Bluestage.de). Zur 16. Biberacher Musiknacht am 19. März treten knapp 20 Formationen aus den verschiedensten musikalischen Bereichen an, mit dabei sind unter anderem B.B. & The Blues Shacks, Cissy Strut, die Street Doctors und die Hot Shot Blues Band (www.Biberacher-Musiknacht.de).
© DF/21.01.10, Foto: Snowy White (© PR)
Blues im Waldschlösschen Daverden
Neue Konzertreihe im Norden und Musikreisen in die USA
Im vergangenem Herbst rief Henning Pertiet eine neue Konzertreihe ins Leben, jeweils am letzten Mittwoch im Monat hat der Pianist in Langwedel-Daverden Musikerkollegen zu Gast. Torsten Zwingenberger, Thomas Feldmann, Gregor Hilden und Jan Harrington traten bereits im Waldschlösschen Daverden auf, Vince Weber (27.1.), Louisiana Red (24.2.) und Abi Wallenstein (31.3.) werden folgen. Die Konzertreihe soll sich zum Anlaufpunkt der regionalen Blues-/Jazzkultur entwickeln und wird fortgesetzt (pertiet@blues-piano.de). Das Concert Büro Rolf Schubert bietet für 2010 wieder Musikreisen in die USA an. Im Oktober steht New Orleans auf dem Programm, außerdem plant der Kölner ein Wochenende in Süd-Louisiana, wo die faszinierende Musikkultur der Cajuns und Zydeco Creoles zu Hause ist. Ein Tag im Gefängnis im Rahmen des Angola Prison Rodeo ist ebenfalls vorgesehen. Plätze inklusive Flug, Hotel, deutschsprachiger Reiseleitung u.a. können ab knapp 1.900,- Euro gebucht werden (www.concertschubert.de).
© DF/20.01.10
Earl Gaines und Willie Mitchell verstorben
Beide zählten zu den bekanntesten Künstlern der R&B-Ära
Das neue Jahr erlebte Earl Gaines nicht mehr, er starb am Silvesterabend in einem Krankenhaus in Nashville. In den 60ern und frühen 70er-Jahren landete der R&B-Sänger mehrere Hits als Solokünstler, bekannt wurde er zuvor als Mitglied von Louis Brooks & His Hi-Toppers. Earl Gaines galt als einer der prägnantesten Sänger in Nashvilles R&B-Szene und zählte zu den Musikern, die 2005 das mit einem Grammy ausgezeichnete Album "Night Train To Nashville" einspielten. Er wurde 74 Jahre alt. Willie Mitchell, geboren 1928, verstarb am 5. Januar. Er spielte bereits in den 50er-Jahren in verschiedenen R&B-Bands Trompete und stellte in den 60ern für Hi Records eine überaus erfolgreiche Rhythmus-Gruppe sowie Backing-Band zusammen (Hi Rhythm; u.a. mit Howard Grimes sowie Teenie, Charles und Leroy Hodges), die wesentlich zu den damaligen Erfolgen von Ann Peebles, Otis Clay, Syl Johnson und anderen beitrug. Mitchell tourte auch immer wieder mit seiner Willie Mitchell Band und kreierte einen eigenen Memphis-Sound. Legendär wurde er als Talent-Scout, denn Mitchell war es, der Al Green für Hi Records entdeckte und der dessen populärste Alben produzierte. Im Rahmen der Grammy-Verleihung 2008 wurde Willie Mitchell mit einem "Trustees Award" ausgezeichnet.
© DF/19.01.10, Foto: Ecko
|